Basteln

Laterne basteln aus Papier: Schritt für Schritt zum Leuchten

Laterne basteln aus Papier – mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung gelingt es für St. Martin, von Kleinkindern bis Erwachsene, ganz ohne Bausatz.

laterne basteln

Jedes Jahr im Oktober frage ich mich, ob ich diesmal früh genug anfange — und jedes Jahr sitze ich drei Tage vor St. Martin mit Schere, Leim und einer Rolle Tonpapier am Küchentisch. Laterne basteln aus Papier ist aber genau das Richtige für einen langen Nachmittag: Es braucht kein Bausatz, kein Spezialwerkzeug, und wenn die Laterne am Ende ein bisschen schief ist, leuchtet sie trotzdem wunderschön.

Der Laternenzug am Abend des 11. November ist für viele Kinder eines der schönsten Feste im Herbst. Wer die Laterne selbst baut, trägt sie noch ein bisschen stolzer. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie das aus einfachem Papier geht — von der Materialliste über altersgerechte Varianten für die Kleinsten bis hin zu Ideen für Erwachsene, die ihre Fensterbankdeko aufpeppen wollen. Ach, halt: „aufpeppen" steht auf meiner verbotenen Wortliste. Gemeint ist: die ihre Fensterbank mit etwas Selbstgebautem beleben möchten.


Materialien und Vorbereitung: Was du zum Laterne basteln brauchst

Bevor der erste Schnitt gemacht wird, lohnt es sich, alles auf dem Tisch auszubreiten. Nichts ist ärgerlicher als ein halb fertiges Bastelprojekt, bei dem man merkt, dass der Leim alle ist.

Für die klassische Papierlaterne reicht folgendes:

  • Tonpapier oder Fotokarton in 180–300 g/m² (dünneres Papier knickt beim Falten, dickeres lässt sich kaum biegen)
  • Transparentpapier oder Seidenpapier in mehreren Farben
  • Schere oder Cuttermesser (ab 8 Jahren Cuttermesser mit Matte)
  • Klebestift und Flüssigkleber
  • Locher
  • Draht oder eine Schnur für den Tragegriff (ca. 40 cm)
  • Ein Teelicht oder eine batteriebetriebene LED-Kerze — letztere ist bei Kindern unter 6 Jahren die einzige sichere Wahl

Ein Wort zu den Farben: Sattes Rot, Orange und Gelb wirken beim Durchleuchten ganz anders als im Tageslicht. Ich lege die Farbflächen immer kurz gegen eine Lampe, bevor ich klebe — was dunkel aussieht, kann überraschend strahlen, und was hell wirkt, fällt im Dunkeln manchmal fast weg.

Vorab zurechtzuschneiden spart Zeit, wenn Kinder mitbasteln: Grundkörper und Fensterausschnitte fertig vorbereiten, die Kinder kleben, bekleben und bemalen dann selbstständig.


Laterne basteln für Kleinkinder und Krippenkinder (U3)

Mit zwei Jahren ist eine Laterne zu basteln weniger ein Handwerksprojekt als eine Sinneserfahrung: Papier anfassen, Farbe auftragen, Stücke hineindrücken. Das Ergebnis muss keine Formvorgabe erfüllen.

Die Pappteller-Laterne — ideal für 2-Jährige

Wer Laternen für Kleinkinder baut, braucht einen Träger, der schon fertig ist — das ist der Pappteller. Zwei große Pappteller werden einander gegenübergestellt und an den Rändern zusammengeklebt, sodass ein scheibenförmiger Hohlraum entsteht. Dazwischen kommt ein LED-Teelicht.

So geht’s:

  1. Einen Pappteller mit dem Gesicht nach unten hinlegen.
  2. Bunte Seidenpapier-Stücke auf die Oberseite des zweiten Tellers kleben — die Kinder können das frei gestalten, kein Muster nötig.
  3. Die Ränder der beiden Teller mit Kleister oder starkem Klebstoff zusammenkleben.
  4. Oben einen Locher durch beide Lagen stechen, eine Schnur durchziehen — fertig ist der Griff.
  5. Ein LED-Teelicht von der Seite zwischen die Teller schieben (dafür beim Zusammenkleben an einer Stelle eine Öffnung lassen).

Das Schöne: Kleinkinder können beim Schritt 2 vollkommen frei arbeiten. Es gibt kein Richtig oder Falsch, und das Resultat leuchtet trotzdem.

Ältere Krippenkinder: Laterne aus vorgestanztem Karton

Für Laternen-Krippenkinder zwischen 2,5 und 3 Jahren eignet sich ein vorgestanzter Laternenrohling aus festem Karton, den man in jedem Bastelladen bekommt. Die Kinder bekleben die Ausschnitte mit Seidenpapier — das ist wie Fenster bemalen, nur dreidimensional. Auch hier: LED-Kerze, kein offenes Feuer.


Schritt-für-Schritt-Anleitung: Die klassische Papier-Laterne ohne Bausatz

Das ist die Version, die ich als Lehrerin am häufigsten gemacht habe — ab 5 Jahren gut geeignet, für 8-jährige Jungs und Mädchen mit etwas Ambition sogar selbstständig durchführbar.

Was du vorbereitest

Aus Fotokarton (DIN A4, 250 g/m²) zwei gleich große Bögen auf eine Arbeitsfläche legen. Jetzt gleichmäßige Streifen einschneiden: vom unteren Rand aus bis ca. 2 cm vor den oberen Rand, Abstand je ca. 1,5 cm. So entstehen die Fensterstreifen, durch die das Licht später nach außen scheint.

Die Fenster einkleben

Hinter jeden Fensterstreifen klebt man ein Stück Transparentpapier oder Seidenpapier — von hinten, damit die Klebestellen unsichtbar sind. Hier kann man mit Farben spielen: abwechselnd Orange und Gelb wirken wie eine Flamme, Blau und Grün eher wie Mondlicht. Für eine Eule-Laterne oder eine Reh-Laterne lassen sich jetzt Schablonen auf die verbleibenden Kartonstreifen zeichnen und ausschneiden: runde Augen, ein Geweih, Federkonturen.

Den Körper formen und schließen

Ist das Bekleben fertig und der Kleber getrocknet (mindestens 20 Minuten, besser eine halbe Stunde), biegt man den Karton zu einem Zylinder. Die beiden langen Kanten überlappen ca. 1 cm und werden mit Flüssigkleber oder doppelseitigem Klebeband fest verbunden. Oben und unten jeweils einen Streifen aus Karton (ca. 2 cm breit) als Abschlussring aufkleben — das gibt Stabilität und verdeckt rohe Schnittkanten.

Griff und Kerze

Zwei Löcher gegenüber am oberen Ring einlochen, einen Draht oder eine Schnur hindurchziehen und die Enden verknoten. Das LED-Teelicht kommt auf einen kleinen Kartonboden, der innen an den unteren Ring geklebt wird — so kippt es nicht.


Kreative Variationen: Käseschachtel-Laterne und Upcycling-Ideen

Nicht jede Laterne muss aus frischem Papier entstehen. Ein Blick in die Recyclingtonne lohnt sich — dort schlummern manchmal die interessantesten Grundkörper.

Laterne basteln aus einer Käseschachtel

Die runden Holzschachteln von Camembert oder Brie sind stabil, nehmen keine Feuchtigkeit auf und haben — wichtig — bereits einen Deckel. Eine Laterne aus einer Käseschachtel basteln geht so:

  1. Schachtel reinigen und trocknen lassen.
  2. Mit einem Cuttermesser gleichmäßige Schlitze in die Seitenwand schneiden (Erwachsene übernehmen diesen Schritt).
  3. Transparentpapier innen an die Seitenwand kleben, sodass die Schlitze abgedeckt sind.
  4. Deckel aufsetzen — er dient als stabiler Boden, wenn die Schachtel auf den Kopf gedreht wird.
  5. Durch den Boden (jetzt oben) ein Loch bohren und den Tragegriff befestigen.

Das Ergebnis hat eine ganz andere Textur als eine Papierlaterne: Das Holz wirft einen wärmeren Schatten, und die Schlitze lassen sich mit einer Laubsäge in Formen ausschneiden — Sterne, Monde, Herzchen.

Laterne aus einer Waschmittelflasche basteln

Eine Laterne aus einer Waschmittelflasche klingt zunächst seltsam, funktioniert aber überraschend gut. Ich habe das im zweiten Versuch hinbekommen (der erste: zu viel Farbe, zu viel Flüssigkeit, keine Haftung):

  1. Flasche gründlich ausspülen und trocknen.
  2. Den oberen Bereich (ab Schulter) abschneiden — das ist der spätere Deckel. Den unteren Bereich (ca. 15 cm) verwenden.
  3. Mehrere Lagen Seidenpapier mit Kleister auf die Außenseite aufbringen (Papier-Mâché-Technik, zwei bis drei Lagen).
  4. Trocknen lassen — mindestens einen Tag.
  5. Griff oben einstechen, LED-Teelicht hineinlegen.

Der Vorteil: Die Flasche ist wasserbeständig, die Seidenpapier-Schicht aber nicht. Also besser bei trockenem Wetter auf den Zug — oder als reine Fensterbankdeko gedacht.


Tischlaternen und Deko: Laternen für Fortgeschrittene und Erwachsene

Wer Laternen für Erwachsene basteln möchte, denkt oft an die Herbstdeko auf dem Fensterbrett, nicht an den Umzug. Hier bieten sich andere Proportionen an.

Mini-Laternen für die Tischdeko

Mini-Laternen basteln geht nach demselben Prinzip wie die große Papierlaterne, nur im Format DIN A5 oder kleiner. Mehrere nebeneinandergestellt bilden eine stimmungsvolle Tischdeko für einen Herbstabend. Ich verwende dafür oft altes Notenpapier oder alte Buchseiten — die Schrift schimmert durchs Transparentpapier wie ein Geheimtext.

Altes Notenpapier als Laternengrundlage: Die Notenlinien wirken im Kerzenlicht wie ein Muster, das man sich nicht hätte ausdenken können.

Tischlaterne basteln mit Aquarellpapier

Tischlaterne basteln auf einem etwas höheren Niveau: Aquarellpapier (200 g/m²) nimmt Wasserfarbe auf, ohne zu wellen, wenn man es vorher spannt. Einfach ein Rechteck falten, die Oberfläche frei mit Aquarell bemalen — nasse-auf-nasse Technik erzeugt weiche Farbübergänge —, trocknen lassen, dann erst zum Zylinder formen. Das Ergebnis sieht aus wie ein kleines Gemälde, das von innen leuchtet.

Für diese Variante braucht man etwas Übung mit den Farben, aber das Prinzip des Laternenformens ist dasselbe wie bei der Schülerversion. Wer mag, kann außen noch mit einem Weißstift Linien oder Muster aufbringen — die leuchten nachts besonders schön.

Laternen malen statt falten

Wer lieber Laternen malt als faltet, kann fertige Laternenrohlinge aus dem Bastelladen nehmen und diese mit Acrylfarbe, Aquarell oder sogar Serviettentechnik gestalten. Das ist auch eine schöne Methode, wenn Kinder einen langen Nachmittag haben und sich lieber malerisch als handwerklich ausdrücken möchten. Die kreative Gestaltung des Wohnraums mit Selbstgemachtem beginnt oft an genau solchen Nachmittagen.


Häufige Fragen (FAQ)

Häufige Fragen

Weiter im Skizzenbuch